Warum ich keine Spiele Apps auf dem Handy habe

Wo die Menschen gehen und stehen, tippen sie auf ihren Smartphones herum. Viele von ihnen beschäftigen sich mit den Spielen, die sie als App geladen haben. Mein Handy ist eine spielefreie Zone – und das aus einem ganz bestimmten Grund.

Ein Start-up zum Erfolg zu führen, ist eine sehr fordernde und zeitintensive Aufgabe. Natürlich brauche ich einen Ausgleich zu meiner Arbeit und verbringe Zeit mit meiner Familie und Freunden und gehe zum Sport. Was für mich definitiv kein Ausgleich zu meiner Arbeit ist, sind irgendwelche Spiele auf dem Handy – deshalb ist mein Handy gänzlich frei davon: keine Spiele-App, nirgends. Ich habe erstens keine Zeit dafür und zweitens will ich mich auf das fokussieren, was für mich wichtig ist – und nicht auch noch dann auf einen Monitor starren, wenn ausnahmsweise mal ein bisschen Leerlauf herrscht. Diese Zeit nutze ich, um mich zu sammeln, innerlich einen Schritt zurückzutreten, quasi einen Blick von oben auf meinen Tag und das, was ich tue, zu werfen.

Mit 20 will man alles wissen

Menschen nutzen Medien je nach Lebensalter ganz unterschiedlich. Wenn sie 20 sind, fühlen sie sich zu keinem Zeitpunkt davon überfordert – sie möchten alles wissen, alles lesen, unentwegt Nachrichten bekommen. Wenn sie 30 sind, sieht das schon anders aus. Da stellen sie Kanäle auch mal ab, beginnen, die Nachrichten zu filtern und wollen nicht mehr permanent mit Angeboten, Ablenkungen, Videos, Spielen und Bildern überflutet werden. Und Menschen ab etwa Mitte 40 – so meine Beobachtung – schätzen viel mehr die Ruhe und wollen konsequent nur noch das sehen und hören, was für sie relevant ist.

Diese Überlegungen haben uns auch bei der Entwicklung unserer YOU OS Technologie und der Wasabi App sehr beschäftigt – ich selbst möchte fokussierter sein, keine unnötige Ablenkung haben und habe diesen Aspekt deshalb auch in die App-Konzeption eingebracht. Ich musste jedoch lernen, dass andere Menschen in anderen Lebensphasen mehr als nur relevante Informationen haben möchten. Sie wollen einfach alles wissen, lesen und anschauen, was um sie herum geschieht. Deshalb ist unsere App auch das Schweizer Taschenmesser unter den Kommunikations-Apps – sie kann beides: mir jegliche Informationen anzeigen, die die Umgebung hergibt, oder nur die für mich relevanten Informationen.

Raum für neue Ideen

Handy- oder medienfreie Zeit bietet mir aber nicht nur die Möglichkeit, abzuschalten, innezuhalten und mich zu fokussieren, sondern gibt mir auch den Raum, neue Ideen zu entwickeln. Diese Ideen entstehen aus den Eindrücken und Informationen, die ich vorher gewonnen und gesammelt habe. Und genau deshalb ist es auch so wichtig, dem stetigen Informations- und Reizstrom, dem ich mich durch ungebremsten Medienkonsum permanent aussetze, hin und wieder eine Pause zu verordnen: Denn nur dann hat mein Geist eine Chance, den ganzen Input zu verarbeiten und daraus etwas Neues zu entwickeln.